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Filmprojekt: Hof zur Zeit Napoleons

 
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Jean-Paul-Gymnasium Hof


Bereits 2016 beteiligten sich Schüler des Jean-Paul-Gymnasiums an einem Geschichtswettbewerb "Erinnerungszeichen 2015/2016" unter dem Motto: Bayern und Napoleon - Umbruch und Aufbruch vor 200 Jahren.

Auf Einladung der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hof stellten der Direktor des Gymnasiums OStD Stefan Klein und der Projektbetreuer StR David Sendelbach das Geschichtsprojekt vor. Zwei der Schüler, die gerade noch am Gymnasium weilen, waren leider prüfungsbedingt verhindert.
Bereits die Quellenforschung stellte sich als spannend dar, da das städtische Archiv durchaus Dokumente aus der Stadtgeschichte aus der französischen Besatzungszeit besitzt. Der Erzählbogen spannte sich von den Durchmärschen französischer Soldaten, die gegen Preußen ins Feld zogen, und sich bei Bürgern und Bauern versorgten, über die Rekrutierung einheimischer Soldaten für den Russlandfeldzug bis hin zu den jungen Hofern, die sich als Freiwillige den Freicorps anschlossen, um gegen die französischen Besatzer zu kämpfen. Durch Interviews und Zitaten aus Hofer Quellen gelang es mal um mal den Bezug zu Hof herzustellen, auch wenn man die historischen Orte wirklich im Stadtbild suchen muss. Es ist zu bewundern, mit welch einfachen Mitteln es die Schüler verstanden einen interessanten und ansprechenden Informationsfilm zu erstellen, der bisher leider nicht öffentlich gezeigt wurde.

Laut Herrn Klein arbeitet das Gymnasium daran, nach Einholung aller datenschutzrechtlichen Zustimmungen, den Film auf Youtube zu veröffentlichen. Wir werden zu gegebener Zeit einen entsprechenden Link hier einfügen. Bis dahin kann man den Film auch bei uns auf einem USB-Speicher ausleihen. Die DFG Hof wird sich im Einzelfall die Zustimmung der Schule geben lassen.

Der kurze Film wurde mit einem herzlichen Applaus bedacht.

Als Ergänzung beleuchtete Andrea Plötz-Hilmann die Zeit Napoleons auch aus sprachlicher Sicht. Zur Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. war Französisch die gängige Sprache an den Königs- und Fürstenhöfen und das bessere Bürgertum eiferte dem Adel sprachlich nach. Es gehörte zum guten Ton, französische Ausdrücke zu verwenden, vom Paraplü bis zum Portemonä.

Die Besatzung durch die Truppen Napoleons, Beschlagnahme von Nahrung, Vieh und Pferden und die Rekrutierung von Soldaten aus der Bevölkerung brachte es mit sich, dass die französische Sprache auch die unteren Schichten erreichte, die mit ihr jedoch nicht besonders pfleglich umging. Die aufgeschnappten Begriffe wurden nach dem Gehör eingedeutscht. Aus "bleu mourant" wurde blümerant, aus "bon pour Nickel" wurde Pumpernickel, aus "mocca faux" wurde Muckefuck - und ein schönes Beispiel aus Hof - das Botschamberla (Nachttopf) entstand aus dem "pot de chambre". Auch der Begriff "bagage" (Ausrüstung, Gepäck) hat im Fränkischen als "Bagaasch" eine ehr abwertene Bedeutung für unliebsame Personen oder Gesindel.

Besonders Begriffe aus der Soldatensprache verbreiteten sich rasch und haben teilweise über die Zeit ihre Bedeutung gewandelt. Die "cantine" stand für die Verpflegung der Soldaten. Lange Zeit stand der Begriff für Soldatenkneipe. Hautzutage ist die Kantine die Essensausgabe in Betrieben und Behörden.



© Deutsch-Französische Gesellschaft Hof e.V. - Hof, 14.02.2019