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26. Mai 2012 / 26 mai 2012

Pfingstaustausch AVG - SVH
Echanges de la Pentecôte

 
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Französische Gäste schließen Hof ins Herz

Das Pfingstwochenende gehört seit 30 Jahren dem Austausch zwischen dem Schwimmverein Hof und der Section Natation der Amicale (AVG) in Villeneuve-la-Garenne, unserer französischen Partnerstadt.

Ein Bus mit 58 französischen Gästen, der überwiegende Teil sind Jugendliche, wurde am Freitag vor Pfingsten am Eisteich erwartet. Auf der Anreise wünschte sich die Reisegruppe ein Picknick an der Eremitage in Bayreuth und die Besichtigung des barocken Opernhauses, deren Organisation die Deutsch-Französische Gesellschaft Hof übernahm.


Bei der Ankunft standen die Hofer Gastfamilien schon bereit, um ihren Gästen beim Gepäck zu helfen, denn ein wesentliches Element der Begegnung ist die Unterbringung aller Sportler in deutschen Familien, die sich auch einige private Unternehmungen ausgedacht haben. Die herzliche Begrüßung durch den Vorstandvorsitzenden Jürgen Czarnetzki und die vorbereiteten Programmhefte steigerten noch die Freude auf das gemeinsame Wochenende.

Der Samstagvormittag bot Einkaufsmöglichkeiten und genügend Zeit um das Stadtzentrum zu erkunden. Vom Fernwehpark über den Rathausturm bis in die Altstadt hörte man begeisterte Kommentare, wie schön und sauber es in Hof ist, was es für tolle Geschäfte und kleine Läden gibt, wie ansprechend die bunten Fassaden wirken und wie günstig doch die Preise sind.


Auch der Hofer Wärschtlamo wurde (wieder-)entdeckt und die eine oder andere Tafel Hofschokolade ist für die Familien zuhause vorgesehen.


Der Samstag bot aber auch Gelegenheit zu einem Besuch auf dem Friedhof, wo in Anwesenheit der Familie eine Gedenkplakette für Richard Grillmeier auf dessen Grab aufgestellt wurde. Jean Doucet und Robert Friard hatten die Tafel im Namen der Freunde der Jumelage anfertigen lassen, da Herr Grillmeier sich gerade in den Anfangszeiten der Städtepartnerschaft besonders beim Jugendaustausch engagiert hatte.

Am Nachmittag traf man sich dann zum sportlichen Vergleich in der Schwimmhalle am Rosenbühl. Dank der schon vor der Reise per Mail ausgetauschten Wettkampflisten waren schon nach kurzer Zeit die ersten Schwimmer im Wasser.


Neben Wettkämpfen in den 4 Lagen, wurden auch verschiedene Staffeln angeboten, bis hin zur Abschlussstaffel, an der sich auch die Eltern beteiligen konnten. Die Internationalität des Wettkamps spornte natürlich an, so dass auf französischer und deutscher Seite einige persönliche Bestmarken übertroffen wurden. Ob das an den Hofer Würsten lag sei dahingestellt. Jedenfalls gaben die Ergebnisse Gesprächsstoff bis in den Abend, der wieder in den Familien verbracht wurde.

Der Pfingstsonntag war meist für einen gemeinsamen Ausflug reserviert. In diesem Jahr hatten sich die Organisatoren des Schwimmvereins jedoch bewusst für einen gemeinsamen Tag am Untreusee entschieden. Im Kletterpark waren schon am Morgen entsprechende Plätze reserviert. Bei der Übersetzung der Einweisung halfen Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft und achteten zusammen mit dem geduldigen und freundlichen Parkpersonal auf die Einhaltung der Sicherheitsregeln.


Während sich die Jugendlichen die Parcours in den Bäumen erschlossen, hatten die Erwachsenen Gelegenheit das Labyrinth zu erkunden oder auf der im letzten Jahr renovierten Boulesbahn hinter dem Piratenspielplatz einen deutsch-französischen Vergleich in Boules-Bretonnes zu versuchen.


Gegen Mittag traf man sich zum gemeinsamen Essen an den Bootshäusern des Schwimmvereins, wo fleißige Helfer mit Bratwürsten, Steaks und kühlen Getränken aufwarteten.

Nach dem Essen wurden gemeinsam 2 Drachenboote zu Wasser gelassen. Die Jugendlichen konnten es kaum erwarten, einzusteigen.


Da die Besatzungen aus beiden Nationalitäten gemischt wurden, galt es zunächst den deutsch-französischen Kommandos zu folgen, eine neue Erfahrung auf beiden Seiten, da die Übersetzer an land geblieben waren. Mit dem Rhythmus der Trommelschläge fanden letztlich beide Mannschaften zu einem kraftvollen Miteinander, so dass einer Seeschlacht und einigen Wettrennen nichts mehr im Wege stand. Nachdem Kleidung zum Wechseln mitgenommen wurde, war es auch nicht weiter schlimm, dass einige "Verlierer" mitsamt Kleidung ins Wasser geschubst wurden - französische Tradition




Da auch das Wetter seinen Teil beitrug, zeigte sich das Freizeitgelände am Untreusee von seiner besten Seite. Vor allem die jugendlichen Sportler waren begeistert, da es in Villeneuve nichts Vergleichbares direkt vor der Tür gibt.

Zum abschließenden Freundschaftsabend wurde in die Meinels Tenne eingeladen.


Jürgen Czarnetzki betonte für den gesamten Schwimmverein Hof, wie wertvoll diese Pfingstbegegnungen in den 30 Jahren geworden sind - es wäre nun ja schon die 31. Begegnung - und dass der Vorstand die Kontakte im Vertrauen auf die Unterstützung der Gastfamilien und die Organisation der Schwimmer, hier besonders der Familien Reiss und Münch, weiter unterstützt. Oberbürgermeister Dr. Fichtner erinnerte sich an seinen ersten Besuch in Villeneuve als Sechzehnjähriger beim Schüleraustausch und freut sich damals geschlossene persönliche Bekanntschaften nach so langer Zeit wieder erneuern zu können, weswegen für ihn die große Zahl jugendlicher Teilnehmer besonderes Gewicht hat. Josselyne Hayez vom AVG bedankte sich bei beiden Stadtverwaltungen für die Unterstützung, aber auch beim Verein Jumelage in Villeneuve und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hof für ihren jeweiligen Einsatz.


Beim Austausch der Ehrengeschenke brachte Madame Hayez den Sinn der Kontakte auf den Punkt: "Bei den olympischen Spielen kann es nur einen Sieger geben, bei den Sportwettkämpfen der beiden Schwimmvereine gewinnen dagegen jedes Mal beide Seiten!"


Dem reichhaltigen Büffet, zu dem die Gastfamilien Salate, Kuchen und Desserts beigesteuert hatten, wurde ordentlich zugesprochen, denn der Tag am Untreusee hatte Appetit gemacht.

 
Jean Doucet, der die Städtepartnerschaft mit aus der Wiege gehoben hat, bekam die Ehre ein stilechtes Holz-Bierfass anzustechen, nachdem drei französische Geburtstagskinder von Sabine Schmidt und Jürgen Ocker ein deutsch-französisches Ständchen erhielten, das von einer traditionellen Geburttagstorte begleitet wurde.


Für Musik und Tanz sorgte Uli Rothemund, der besonders den Geschmack der jugendlichen Gäste getroffen hatte, so dass man leicht die Zeit vergaß und es weit nach Mitternacht war, als die Letzten nach hause fanden.


Zur Abreise am Eisteich stellte man am Pfingstmontag fest, wie schnell die gemeinsame Zeit vergangen war, aber gleichzeitig wie reich die Begegnung erlebt wurde.


Natürlich wird es im nächsten Jahr ein Wiedersehen in Frankreich geben, und wer weiß, vielleicht vorher schon private Besuche. Die Rückreise verlief recht ruhig, da die Zeit in Hof zu kostbar zum Schlafen war. In Facebook war am nächsten Tag bei Sophian zu lesen: "a passer un bon week end en allemagne dur la reprise mais beaucoup de bon souvenir a garder" (schönes Wochenende in Deutschland verbracht, der Arbeitsbeginn war hart, aber viele schöne Erinnerungen die ich behalte).


© Deutsch-Französische Gesellschaft Hof e.V.
Hof, 09.06.2012