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12. Mai 2012 / 12 mai 2012

DENI - le chanteur local en concert

 
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DENI - le chanteur local

"DENI, ein talentierter Liedermacher, ein überbordender Interpret ist einfach ein brillanter Typ. Jeder seiner Texte wird von einer Leichtigkeit getragen, die ihnen aber nichts von ihrem süßlich-bitteren Geschmack nehmen.
Urkomisch oder erschütternd geben seine Lieder den Herzen eine Seele und den Gedanken Flügel. Ein belustigter Blick auf das Leben, aber trotzdem voller Zärtlichkeit."

So wurde das Konzert mit DENI (Denis Paroton) aus Limoges angekündigt. Treffender hätte man es aber nicht beschreiben können. DENI lenkt unseren Blick auf eine leere, weiße Kühlschranktür, die er sich voller Fotos, Notizzettel und Erinnerungsbilder wünscht, als Zeichen für ein erfülltes Leben. Gleichzeitig hat er aber Zweifel, ob diese Kühlschranktür wirklich ein Spiegel seines Lebens sein kann oder sind alles nur wertlose Erinnerungen, die mit der Zeit verblassen? Es wäre aber kein französischer Sänger, wenn er in seinem Lied "Le Frigo" nicht einen (weiblichen) Partner suchen würde, um zusammen eine möglichst große Kühlschranktür auszusuchen und sie gemeinsam mit Fotos zu füllen.

Bühne im Bistro
Technische Probe nach dem Aufbau im Theaterbistro.

Die Themen seiner Lieder stammen aus seiner Umwelt, so besingt er hellhörige Plattenbauten, deren Wände aus Karton zu bestehen scheinen, so dass jedes laute Geräusch die Neugierde der Nachbarn anschürt. Oder wir treffen auf einen Mitmenschen, dar alles macht, wie man es ihm sagt. Um die Erde zu retten, trennt er seinen Abfall, wie man es ihm sagt. Um der Gesellschaft zu dienen, wählt er die Politiker, die bei den Umfragen führen und übernimmt die herrschende Meinung aus dem Fernsehen. Er richtet seinen Konsum nach den Bedürfnissen der Marktwirtschaft und fühlt sich in der breiten Masse wohl. Er ist wie eine Billardkugel, die wartet, immer wieder von anderen angestoßen zu werden. Muss man auf diesen Menschen nicht stolz sein - oder müsste man sich nicht ehr vor ihm fürchten?

Pic, Sam und DENI
Pic (Anthony Picard) an der Gitarre und Sam (Samuel Tardien) am Kontrabass.

Das Musikspektrum, das die drei Musiker während des Abends bieten, ist breit gefächert. DENI will sich nicht auf eine Richtung festlegen, er liebt afrikanische Musik, die von sehr rhythmischen Instrumenten geprägt ist, scheut sich aber auch nicht sich im Bereich Gospel oder beim Rock'n Roll zu bedienen. Man merkt nicht, dass das Trio in dieser Zusammensetzung erst seit Januar zusammen spielt. Immer wieder lässt DENI seinen Mitspielern Raum für ein gefühlvolles Kontrabass- oder eine virtuos mit flinken Fingern gespieltes Gitarren-Solo.

Bistroatmosphäre

DENI

DENI sucht den Kontakt zu seinem Publikum, erklärt seine Motive, liebt es zwischen den Musikstücken zu erzählen. Er singt von Liebe, von keiner Liebe, von Menschen, die sich weigern zu sagen "Ich liebe Dich", es aber trotzdem zu erkennen geben - und von Menschen, die ganz auf Liebe verzichten, sondern sich ein Haustier suchen, um in kalten, einsamen Nächten etwas Nestwärme zu verspüren. Warum es aber gerade ein Elefant sein muss? ... J'adopte un éléphant ...

DENI singt ein sehr deutliches Französisch, das es den Zuhörern erleichtert, ihren vielleicht schon etwas eingerosteten Sprachschatz aufzupolieren. Wenn es einmal schneller wird, oder er einen Ausflug in den "argot", dem Slang der Vororte, macht, hilft nur noch ein Textheft, das man bei seinen CDs findet.

Bei einigen seiner aktuellen Liedern, eines hat er erst vor 2 Wochen geschrieben, wird man sich aber noch gedulden müssen, denn sie werden erst Ende Mai für die nächste CD eingespielt.
DENI ist wirklich ein Brillanter Typ, der das Bistro mit seiner Musik verzaubert hat, das Publikum zum Schmunzeln aber auch zum Nachdenken brachte und manch einer wird sich überlegen ob er nicht ein Foto dieses Abends an seine Kühlschranktür oder Pinwand heftet.

Schlusslied
Nach zwei Zugaben und einem gefühlvollen Abschiedslied verabschieden sich Pic, Sam und DENI.

Die Veranstaltung entstand durch eine Zusammenarbeit des Maison de Limoges et du Limousin (LIM-Haus) Fürth, und der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hof e.V.; ein besondere Dank an Pascal Ropion!



© Deutsch-Französische Gesellschaft Hof e.V.
Hof, 13.05.2012