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04.05.2011

Familie Pignard in Hof

 
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Mai 2011 - Ahnensuche in Hof
Vor dem Vogtlandmuseum Für Anfang Mai hatte sich Gilbert PIGNARD für einen Besuch in Hof angekündigt. Er wohnte früher in unserer Partnerstadt Villeneuve-la-Garenne und hat noch immer Kontakt, so dass er von der Jumelage an uns weiter vermitelt wurde. Er ist auf der Suche nach Spuren seines Vaters, der am 10. Januar 1942 in Hof (Oberfranken) verstorben ist. Aus den Gerichtspapieren, die er von seiner Mutter erhalten hatte, teilte er uns folgendes mit: "Pour mon père, il s'agit de JOSEPH PIGNARD (autres prénoms: Désiré-Marie), né le 10 mai 1912 à PLUMIEUX en Côtes d'ARMOR (Bretagne), militaire sans grade au 19ème Régiment d'Infanterie, prisonnier décédé à HOF (Haute Franconie ) le 10 Janvier 1942".

In den französischen Militärarchiven, in denen er weitere Nachforschungen anstellte, teilte man ihm mit, dass es sich höchstwahrscheinlich um das Gefangenenlager Moschendorf handelt. Als ehemaliger Bürger von Villeneuve lag also nichts näher, als in der Partnerstadt Hof anzufragen, ob man ihm bei den Nachforschungen vor Ort behilflich sein könne.

Herr Dr. Kluge, Leiter des Stadtarchivs, suchte in den Personenstandsbüchern und sämtlichen verfügbaren Listen des Lagers bis hin zu den Obduktionslisten des Stadtkrankenhauses, jedoch ohne Erfolg. Frau Menke vom Museum bayerisches Vogtland hatte sich die Mühe gemacht, in den neuen Museumsräumen einige Informationen zum Lager Moschendorf vorzubereiten, die gerade für die bevorstehende Ausstellung "Flucht und Vertreibung" zusammengestellt werden. Beim anschließenden Besuch des ehemaligen Lagergeländes in Moschendorf, konnte sich das Ehepaar Pignard (Foto vor dem Museum) einen Eindruck von der Größe des Lagers verschaffen. Auch wenn sich keine konkreten Spuren finden ließen, waren die beiden Gäste von der Geschichte des Lagers sehr berührt.
Im Gespräch ergab sich, dass Joseph Pignard an Tuberkulose verstarb und als gelernter Landwirt angeblich bei deutschen Bauern Dienst leisten musste. Herr Dr. Kluge meinte, dass dies kaum im Lager Moschendorf gewesen sein kann und gab zu bedenken, dass es in Oberfranken ja noch ein anderes Hof gibt, nämlich Hof an der Steinach.

Mittlerweile hat die Gemeinde Mitwitz nach Sterbeeinträgen gesucht, doch weder beim Standesamt Mitwitz noch beim Standesamt Sonnefeld (damals gehörte Hof a.d. Steinach zum Standesamt Gestungshausen, das jetzt vom Standesamt Sonnefeld mit geführt wird) ist ein Eintrag zu Joseph Pignard zu finden. Der Altbürgermeister von Mitwitz erfuhr jedoch von zwei älteren Frauen, dass in den Jahren 1941/42 ein französischer Kriegsgefangener in einem Sägewerk mit Landwirtschaft zur Dienstleitung eingesetzt war. Ob sich hier noch Namen ermitteln lassen? Wir werden es erfahren
Hospitalkirche
Neben dem Besuch im Archiv und im Museum erfreute Frau Biegler die Gäste mit einer französischen Führung in der Hospitalkirche. (Foto)

Leider war die Zeit zu kurz, um Hof weiter kennen zu lernen. Da das fränkische Essen und das Hofer Bier dem Ehepaar Pignard geschmeckt hat und sie jetzt Ansprechpartner in Hof kennen, ist es nicht auszushließen, dass sie Ihre Besuche in Deutschland, die sich bisher auf die großen Städte wie München, Köln, Hamburg und Berlin konzentriert haben, auch auf Oberfranken ausdehnen werden.

Sie haben jedenfalls versprochen zum Konzert der Jesus-Gospel-Singers Anfang Oktober nach Villeneuve zu kommen.


© Deutsch-Französische Gesellschaft Hof e.V.
Hof, 03.07.2011