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Terrain de Boules Bretonnes

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Ausgabe 24.09.2005

NEUER BOULE-PLATZ AM UNTREUSEE

Wenn die bretonische Fahne flattert,
rollen die Kugeln

Anstoß: Die neue Bahn probierten (von links) Bürgermeister Hans Pechstein, Ernst Engelhardt, Horst Mörtl vom Sportamt, Erich Wilfert vom Tiefbauamt und Zimmermann Matthias Schaller

Ohne bretonische Fahne geht hier nichts...

HOF – Mit dem Fahnenhissen tut sich Ernst Engelhardt noch schwer. Doch das wird sich ändern. Engelhardt wird nämlich ab sofort so oft es geht Flagge zeigen, genauer gesagt, die bretonische. Flattert sie im Wind, ist dies ein Signal: Die Kugeln können rollen.

Die Kugeln rollen seit gestern am Untreusee, auf dem neu angelegten Boule-Platz direkt neben dem Beachvolleyball-Feld. Dort wurden in Zusammenarbeit von Engelhardt, einer Hofer Zimmerei und dem Tiefbauamt zwei Holzbahnen installiert, die das Spiel mit den schweren Kugeln in die „richtigen Bahnen“ lenken sollen.

Vorausgegangen war ein „Feldversuch“ beim diesjährigen Umwelttag am Theresienstein. Das Angebot von der Deutsch-Französischen Gesellschaft Hof, den französischen Nationalsport einmal selbst auszuprobieren, kam dort ausgesprochen gut an. Engelhardt, der Mitglied beim Boule-Club der französischen Partnerstadt Villeneuve-La-Garenne ist, hatte die Anlage bereits dort aufgebaut. Bleiben konnte sie am Theresienstein allerdings nicht, zu viele rechtliche Komplikationen standen dem im Weg.

Am Untreusee fand sich nun dank des Einsatzes von Sportbürgermeister Hans Pechstein ein neuer Platz. „Hier ist sie am besten aufgehoben“, sagte Pechstein gestern zur Eröffnung. „Am Untreusee gibt es viele Freizeitaktivitäten, gerade im Sommer.“ „Es ist schön, dass wir damit ein Stück französischer Kultur nach Hof bringen“, erklärte Herbert Pachsteffl, Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft. Pechstein pflichtete ihm bei: „Ein sichtbares Zeichen der Partnerschaft mit Villeneuve-La-Garenne.“

Immer, wenn die bretonische Fahne über der Anlage gehisst ist, kann nun „Boule bretonne“ gespielt werden – zusammen mit Ernst Engelhardt. Er hat inzwischen 17 der 37 Regeln übersetzt. Boule bretonne unterscheidet sich von Pétanque, das ebenfalls in Hof Liebhaber hat, durch die Art der Kugeln und die Tatsache, dass Pétanque-Spieler „kompliziertes Gelände“ schätzen. Boule bretonne dagegen bevorzugt eine Bahn, wo die Kugeln auch nicht einfach in die Luft geworfen, sondern gerollt werden. Das Reglement ist allumfassend. Zerbricht zum Beispiel eine Kugel an ihrem Zielort, so wird der größere Teil dennoch in die Wertung einbezogen.

Liebhaber des Kugelspiels können sich jedoch auch auf eigene Faust in dem Sport versuchen. Zwei Ballsätze sind bei der Sommergaststätte deponiert und können gegen Pfand entliehen werden. Motto: „On roule la boule – die Kugel rollt.“

B.F. · FOTOS: -fra



© Deutsch-Französische Gesellschaft Hof e.V. - Hof, Oktober 2005